First Things First
Willkommen zur Lektion 3
Einführung in die Familienforschung mit einem Projektmanagement - Ansatz
(dazu gibt es einen eigenen Workshop in unserem Genealogy Leadership Institut)
Eine Hilfe zum leichteren Einstieg in die Projektarbeit Familienforschung. Eine kleine philosophische Abhandlung, wie Sie Ihre eigene Arbeitsorganisation überdenken und immer Spaß am Hobby haben werden.
Mein Freund Stefan erzählte mir bei einem Besuch, welche Probleme ihn momentan bewegen und welche Schwierigkeiten er hat mit seiner Ahnenforschung so recht weiter zu kommen. Außerdem verspürt er mehr und mehr Probleme mit seiner Frau und der Familie.
Sein 18 jähriger Sohn kann sich noch immer nicht für einen Beruf entscheiden, seine Frau wirft ihm vor, sich zu wenig Zeit für die Familienangelegenheiten und Alltagsprobleme zu nehmen. Die neue Verantwortung in seiner Firma erfordert auch seine ganze Kraft und Energie und seine ganze Zeit.
Ich fragte ihn, warum er sich schuldig fühlt, wo er doch alles ziemlich gut meistert. Eine doch fröhliche Familie hat und in einer erfolgreichen Firma ohne Jobprobleme arbeitet. Wir sprachen dann über die vielen Aufgaben und Rollen in seinem Leben und die Zwänge, die er dabei fühlt.
Wir sprachen über seinen Kalender und den Kompass, wie ich es von Stephen Covey gelernt hatte. "Vergiss deinen Kalender und deine Planungswerkzeuge, genieße doch deine Familie und dein wichtigstes Hobby, die Ahnenforschung. Lass dich von deinem Kompass leiten - nicht von der Uhr an der Wand" sagte ich ihm. Danach diskutierten wir folgendes: Wie gehen wir mit unserer Zeit um?
Es gibt da 3 Generationen:
- Die 1. Generation basiert auf Erinnerungen - nach diesem oder jenem, nach seiner eigenen und geht es um allerlei Notizen und Checklisten.
- In Generation 2 geht es um Planung und Vorbereitung, um Effizienz und Zuständigkeiten, Terminplanung, Meetings, etc.
- Die 3. Generation behandelt Planung, Prioritäten und Controlling. Es betrifft Werte und Goals und deren Einstufung. Hier helfen Planer und Organizer für die tägliche Aufgabenplanung.
Alle diese Zeitmanagement-Tools helfen um effektiver zu arbeiten und zu leben.Trotzdem ist mit diesen immensen Mitteleinsatz die Kluft zwischen dem wirklich Wichtigen und dem, wofür die Zeit aufgewendet wird, für die meisten Leute nicht geringer geworden.
Die Leute sagen "Wir schaffen viel mehr in einer kürzeren Zeit - aber wo sind die fruchtvollen Zusammenhänge, der innere Frieden, wo die Balance, und das Vertrauen, dass wir die richtigen Dinge machen und, dass wir sie auch gut machen?"
Richten wir einen Blick auf die Punkte von Dringlichkeit und die Wichtigkeit von mehr Effektivität, mit folgender Zeitmanagement Matrix:
Quadrant I handelt von Dringend und Wichtig gleichermaßen. Wir müssen unsere Zeit dafür verwenden, um zu Managen, zu Produzieren. Wenn wir dies ignorieren, dann werden wir lebendig begraben. Aber auch wir selbst kommen in eine Krise, weil wir zu wenig geplant und vorbereitet haben.
Quadrant II beinhaltet die Aktivitäten die wichtig aber nicht dringlich sind. Der Quadrant der Qualität. Da erfüllen wir die langfristigen Planungen, die Erwartungen und Vermeidung von Problemen, die Fortführung unserer professionellen Entwicklung.
Quadrant III ist meistens das Phantom des Quadranten I. Hier sind die dringenden, aber nicht wichtigen Dinge. Der Quadrant der Täuschungen. Die Stimme der Dringlichkeit kreiert die Illusion von Wichtigkeit. Aber die aktuellen Aktivitäten, ob sie nun wirklich wichtig sind oder nicht, sind eigentlich nur Aktivitäten für jemand anderen. Telefonanrufe, Meetings, unvorhergesehene Besuche fallen hier hinein. Unsere Zeit verwenden wir für die Berücksichtigung von Prioritäten anderer Leute und ihren Erwartungen und glauben, wir wären im Quadrant I.
Quadrant IV ist die Vergeudung. Wir sollten uns wirklich nie dort befinden. Zum Überleben im täglichen Wettkampf flüchten wir dorthin. Sich hier zu befinden ist auch Desorientierung. Man fühlt sich hier wohl – schnell stellt sich dann heraus, daß da eigentlich nichts ist.
Stefan notierte alle seine Aufgaben und Vorhaben entsprechend dieser Matrix, und wir konnten einen Riesenschritt weitergehen. Er setzte sich auseinander mit den Stärken und Schwächen jedes Quadranten.
Dann unterhielten wir uns über die Balance und Synergien – und über die Paradigmen – über die Kreise Spiritualität, Mentales, Physische und Soziale Komponenten. Im Zentrum der 4 Kreise fanden wir dann das Feuer, das unser spiritueller Bedarf ist. „This is the true joy of life“ wie es Bernhard Shaw beschrieben hat.
Dann sprachen wir über die Ausrichtung des Kompass, nachdem wir unser Leben steuern, im Gegensatz zur Uhr, mit dem das Leben der Familie besser mit der Firma und den eigenen Vorstellungen koordiniert wird.
Dabei stellte sich heraus, dass Stefan bei seinem Hobby Ahnenforschung einen (ver-meintlichen) Stillstand erlebte. Alle seinen Rollen und Pläne funktionierten prima, bis er nach etwa 6 jähriger genealogischer Arbeit einen Stillstand verzeichnete. Er organisierte seine Hobby Tätigkeit nach den Prinzipien der anderen Verpflichtungen.
Sein Ziel war, endlich das Familienbuch zu schreiben. Wesentliche historische Lücken ließen, seiner Meinung nach, keine Qualitätsarbeit zu. Für die Erledigung seines Projektes hatte er nun nicht mehr genügend Zeit, keine Hilfe von Kollegen, viele neue berufsbedingte Auswärtstermine, den Zeitanspruch seiner Familie, das ungelöste Berufsproblem des Sohnes, etc.
Anderseits konnte sich das Gefühl einer breiten Zufriedenheit über die bisherigen unglaublichen Erfolge und das immense, angesammelte Wissen nicht einstellen. Wir kamen beim Gespräch dann zu dem Punkt: „Die Hauptsache ist die Hauptsache zu machen". Dazu befassten wir uns mit der Neugestaltung von Goals.
Da wir bereits hier angekommen waren, untersuchten wir die möglichen Kräfte von Goals. Dazu stellten wir fest, daß wir für die eigene Selbstachtung die Goals/die Pläne/die Vorhaben/ so zu gestalten haben, dass diese neuen Goals, falls sie falsch formuliert sind, oder nicht in der Balance mit anderen Goals ausgewogen sind, zu noch größerer Pein führen.
Andererseits haben die richtigen Goals eine unwahrscheinliche Kraft. Und geben Kraft, die in das persönliche Erfolgskonto fließen. Die sehnlich erwünschte Zufriedenheit könnte sich einstellen, und die wohligen Gefühle würden dabei an seine nächste Umgebung ausstrahlen.
Nachdem wir unser Gespräch so beendet hatten, trafen wir uns nach einigen Quartalen wieder. Ziemlich schnell steuerte unser Gespräch auf die genealogischen Arbeiten zu. Während dieses Arbeitsgespräches eröffnete mir Stefan dann, dass er seine Unabhängigkeit erkannt hat und deshalb auch viel erfolgreicher bei der genealogischen Schürf- Arbeit ist als früher. Bislang hatte er hauptsächlich an Samstagen gearbeitet, nun reserviert er den Samstag für Frau und Sohn und arbeitet am Mittwoch Nachmittag an seinen Forschungen, seine Frau interessiert sich nun sehr für sein Hobby und hilft und unterstützt ihn. Sie hat sich auch zu einem meiner Seminare angemeldet.Das Buch von Stefan wird in nächster Zeit fertiggestellt sein, unter seinem neuen Motto: „Lernen vom Leben".
Schreiben Sie mir doch Ihre Erfahrungen oder Meinung zu diesem Thema, ich würde mich gerne mit Ihnen persönlich unterhalten (E-Mail: tudor@genaustria.at) – immer, ganz bestimmt am Mittwoch Abend.
Sind Sie mit Ihrem Hobby schon weiter gekommen und möchte weitere meiner Erfahrungen kennen lernen, dann lesen Sie die nächsten Kapitel von Harry’s Tips bei GenAustria.at
Basierend auf : First Things First von Stephen R. Covey. A. Roger Merill, Rebecca R. Merrill. Englisch: Verlag Simon & Schuster; Und weiters Die sieben Wege zur Effektivität von Stephen R. Covey, Übersetzung Angela Roethe, Campus Verlag Frankfurt/New York
